Corona-Krise in Hersbruck – Update 7

Heute war die letzte Sitzung des Hersbrucker Stadtrates in der Legislaturperiode 2014-2020. Ein guter Anlass für ein neues Update meiner Corona-Beobachtungen im Hersbrucker Raum. Traditionell werden die ausscheidenden Stadträte im Sitzungssaal vom Bürgermeister mit Präsenten und Handschlag, ja manchmal sogar mit einer Umarmung verabschiedet. Man kann sich denken, dass das in Corona-Zeiten dieses Mal anders war. Doch erst mal ein paar ältere Beobachtungen. Das letzte Update ist schon 14 Tage her, deshalb heute ein etwas längerer Beitrag. Wer gleich zum Stadtrat will muss einfach nach unten scrollen.

Am 15. April war ich noch im PEZ in Hohenstadt. Bevor die Baumärkte wieder öffneten, wollte ich wenigstens noch einen verschlossenen OBI ablichten. Ausserdem hatte ich mal wieder Sehnsucht nach dem, meiner Meinung nach, besten Döner der Gegend.

PEZ, Pegnitztal Einkaufszentrum, Hohenstadt, 15.04.2020
PEZ, Pegnitztal Einkaufszentrum, Hohenstadt, 15.04.2020

Obwohl die Einkaufsmärkte REWE, ALDI, LIDL geöffnet waren, zeigte der mittäglich leere Parkplatz ein ungewohntes Bild.

PEZ, Pegnitztal Einkaufszentrum, Hohenstadt, 15.04.2020
PEZ, Pegnitztal Einkaufszentrum, Hohenstadt, 15.04.2020

Glücklich, wer Reparaturen anbieten konnte oder die Post beherbergt. Und wie gesagt, Döner zum Abholen ist ja auch immer möglich.

PEZ, Pegnitztal Einkaufszentrum, Hohenstadt, 15.04.2020

Wenn man im Nürnberger Land lebt, wo andere Urlaub machen, bleiben einem ja auch die kleinen Ausflüge, allein, auf so schöne Punkte wie den Zankelstein, von dessen „Bastei“ aus man nun, nach dem Freischnitt, auch wieder weit ins untere Pegnitztal schauen kann. Das PEZ der obigen Bilder sieht man von dort auch, gleich hinter Pommelsbrunn in der Bildmitte.

Bastei, Zankelstein, ein Teil des 1000hmr Wegs, Pommelsbrunn, mit Blick Richtung Hersbruck, 12.04.2020

Ein Sprung vom Döner zum Windbeutel: Denn wer Sonntags keine Ausflügler in seinem Lokal beherbergen kann, der muss sich natürlich was einfallen lassen. Bei meinen Touren durch den Landkreis, um die Frühlingsfotos für den Tourismus im Nürnberger Land zu machen, hab ich dieses Schild in Hohenstein gesehen. Wer also ohne Sahnige Leckerbissen nicht sein kann, oder wem selbiges vom örtlichen Konditor nicht reicht, der kann das Gefühl von einem Sonntagsausflug auch mit einem „Windbeutel to go“ zu Hause nachfühlen.

Hohenstein, Samstag, 18.04.2020

Am Sonntag den 19.04.2020, dem „Weißen Sonntag“ wäre bei uns in der Altensittenbacher Kirche eigentlich die jährliche Konfirmation gewesen. Eine gute Gelegenheit mal unseren Pfarrer Gerhard Metzger abzulichten, wenn er Sonntäglich um 9 Uhr das Bayernweite Festläuten in der Sakristei unserer Thomaskirche startet. Jeden Sonntag um 9 läuten die Kirchenglocken im ganzen Land. Ein hörbares Zeichen, auch wenn es keine Gottesdienste gibt, die man besuchen kann.

Pfarrer Gerhard Metzger, Kirchengemeinde Altensittenbach, Sonntag 19.04.2020

Dieser Sonntag war bei mir bildlich nur der Musik gewidmet. Erst die Glocken, fünf Minuten danach spielt Emil Raab sein sonntägliches Ständchen auf seinem Balkon:

Tägliches Balkonständchen, Emil Raab, Altensittenbach, Sonntag 19.04.2020;

Täglich seit Beginn der Ausgangsbeschränkungen spielt Emil Raab, der Senior des Altensittenbacher Posaunenchores ein paar Choräle und Volkslieder vom Balkon seines Hauses, werktags um 19 Uhr und Sonntags nach dem Glockenläuten. Die treuen Nachbarn lauschen auch am Sonntag Morgen seinen Trompetenklängen. Als ich vor Ort war, wurden die Klänge sogar per Telefon an Freunde übertragen.

Tägliches Balkonständchen, Emil Raab, Altensittenbach, Sonntag 19.04.2020;
Telefonische „Liveübertragung“ der Nachbarn beim täglichen Balkonständchen von Emil Raab, Sonntag 19.04.2020;
Terrassenkonzert Jeanne und Maximilian Vogt, Hersbruck, Sonntag, 19.04.2020;

Ebenfalls Sonntagsmusik erklingt beim wöchentlichen Terrassenkonzert des Musikerehepaares Jeanne und Maximilian Vogt für Nachbarn und Spaziergänger. Selbstverständlich mit entsprechendem Abstand. Die Sehnsucht nach Kultur in diesen Zeiten ist groß.

Zuhörer im Abstand, Terrassenkonzert Jeanne und Maximilian Vogt, Hersbruck, Sonntag, 19.04.2020;
Terrassenkonzert Jeanne und Maximilian Vogt, Hersbruck, Sonntag, 19.04.2020;
Zuhörer im Abstand, Terrassenkonzert Jeanne und Maximilian Vogt, Hersbruck, Sonntag, 19.04.2020;

Doch nun endlich zum Stadtrat: Eine Sitzung in der GERU-Halle, nicht im Sitzungssaal, das konnte ich mir als Chronist nicht entgehen lassen. 24 Stadträte, dort, wo sonst hunderte Zuschauer den Klängen von Musik folgen oder Schüler beim Sportunterricht schwitzen. „Alles auf Abstand“, namentliche Eintragung der wenigen Zuschauer, um eventuell nachverfolgen zu können; Zureichen der Dankes-Urkunden mit langen Armen und für die Damen Blumen, die nur auf den „Übergabetisch“ abgestellt werden. Die Abläufe unseres Lebens haben sich auch in speziellen Dingen ziemlich geändert in den vergangenen Wochen. Die Eindrücke:

Letzte Stadtratssitzung der Periode 2014-2020, Stadt Hersbruck, Donnerstag, 30.04.2020
Letzte Stadtratssitzung der Periode 2014-2020, Stadt Hersbruck, Donnerstag, 30.04.2020
Letzte Stadtratssitzung der Periode 2014-2020, Stadt Hersbruck, Donnerstag, 30.04.2020
Letzte Stadtratssitzung der Periode 2014-2020, Stadt Hersbruck, Donnerstag, 30.04.2020

Bürgermeister Robert Ilg (stehend links) verabschiedet als letzten Stadtrat Franz Benaburger (mitte, CSU), er war mit 22 „Dienstjahren“ am längsten im Amt. Im Hintergrund stehen die weiteren, bereits verabschiedeten Stadträte. Von links nach rechts: Iris Reiß (SPD), Claudia Häffner (SPD), Peter Weinmann (FRB), Friedrich Biegel (SPD), Peter Matzner (CSU) und Dr. Jörg Liebel (SPD). An dem Abend und auf dem Bild fehlt leider Hans Schaffer (FRB).

Zwischen See und Wettersberg, Nürnberger Land, Sonntag, 26.04.2020

Abschliessen will ich wie gewohnt wieder mit „Schönen“ Bildern. Dingen, die uns auch in diesen Zeiten beglücken können, wie Blumen oder heute kleinen Wanderungen und Spaziergängen in der Einsamkeit der näheren Umgebung. So wie hier auf der nur selten befahrenen Ortsverbindungsstraße zwischen Wettersberg und See. (Ortsfremde bitte nicht wundern, in Franken gibt es noch ungeteerte Ortsverbindungsstraßen!) Oder im Molsberger Tal bei Förrenbach, wo man nicht so vielen Menschen begegnet, wie am Happurger Stausee nebenan. Bleibt gesund!

Molsberger Tal, Sonntag, 26.04.2020

Heute vor 75 Jahren wurde Dietrich Bonhoeffer im KZ Flossenbürg gehenkt

Ende Dezember war ich mit einem langjährigen Freund und Kollegen, Jörg Hertle vom BR, zu einer Reportage unterwegs. Ziel war das ehemalige KZ Fossenbürg. Wir machten eine Geschichte für das Nürnberger Sozialmagazin, den Straßenkreuzer, der in normalen Zeiten jetzt von vielen Straßenverkäufern verkauft würde. Das Thema, die „Asozialen im KZ„. Jetzt im April-Heft, passend zum geplanten und inzwischen wegen Corona abgesagten 75. Jahrestag der Befreiung am 26. April 1945, erschienen (Link zum Artikel als PDF hier nur erste Doppelseite) (Derzeit kann man sich das Heft fast nur als pdf herunterladen. Aber dann bitte auch das Spenden nicht vergessen.)

Es war mein erster Besuch in Flossenbürg, obwohl mich doch soviel damit verbindet. In meiner Heimatstadt Hersbruck stand schliesslich das größte Außenlager des KZ Flossenbürg, das KZ Hersbruck. Und mein Elternhaus stand gerade mal 100 Meter vom ehemaligen Kommandanturgebäude entfernt. 1961 geboren, blieb mir die direkte Erinnerung erspart. Aber präsent war es dann in späteren Jahren schon. Hat doch mein leider schon verstorbener Schulkamerad und späterer Journalistenkollege Gerd Vanselow (1964-2019) durch seine Facharbeit in den Jahren 1982/83 erst die Aufarbeitung im lokalen Bereich angestoßen und diese Arbeit letztlich auch zur Gründung des Vereins „Dokumentationsstätte KZ Hersbruck e. V.“ geführt. Während Gerd Vanselow wegen seiner damaligen Recherchen als Schüler noch teils kräftig angefeindet wurde, ist das Gedenken an die damalige Zeit inzwischen „normal“ in Hersbruck. Jährlich am Holocaustgedenktag findet nun ein ökumenischer Gottesdienst mit anschliessendem Schweigemarsch zum ehemaligen KZ-Gelände statt. Dieser endet traditionell an der Skulptur „Ohne Namen“ von Vittore Bocchetta, einem ehemaligen KZ-Häftling und italienischen Künstler, der diese Skulptur vor einigen Jahren der Stadt seines Leidens gestiftet hat. Vittore Bocchetta ist inzwischen 101 Jahre alt.

Das soll jetzt erst mal zu Hersbruck und meiner Verbindung mit dem Aussenlager genügen. Zurück nach Flossenbürg: Jörg Hertle war für seine Geschichte nicht zu beneiden, denn es gibt sehr wenig Forschung zum Thema „Asoziale“. Aber wir hatten Glück, denn eine wissenschaftliche Mitarbeiterin in Flossenbürg konnte noch während unseres Besuches in den Archiven einen Nürnberger auftun, der als „Asozialer“ in Flossenbürg eingesperrt war und der auch dort verstorben ist. Damit hatte die Geschichte für den Nürnberger Straßenkreuzer ihren Rahmen. Ich hatte zum Fotografieren freie Hand und konnte an diesem Dezembertag eine Vielzahl von Bildern machen. Mich freut auch besonders die schöne grafische Präsentation der Geschichte. Mein Dank dafür an Wolfgang Gillitzer, der den Straßenkreuzer schon seit vielen Jahren gestaltet.

Doch nun zur Überschrift und zu Dietrich Bonhoeffer: Bonhoeffer ist sicherlich einer der bekanntesten Insassen des KZ Flossenbürg, auch wenn er nur wenige Stunden dort inhaftiert war. Er wurde Anfang April 1945 vom KZ Buchenwald dorthin verlegt und schon wenige Tage danach, gemeinsam mit vielen weiteren „Verschwörern“ des 20. Juli 1944, auf Befehl Hitlers hingerichtet. Ich persönlich lese gerade eine sehr spannende, lesenswerte und umfassende Biografie über ihn: Eric Metaxas: „Bonhoeffer – Pastor, Agent, Märtyrer und Prophet“. Mir war vor der Lektüre dieses Buches nicht bewusst, wie tief er in den Widerstand gegen Hitler eingebunden war. Ich kannte ihn nur als den „evangelischen Heiligen“, den Pastor und Theologen. Natürlich musste ich in Flossenbürg auch ein Bonhoeffer-Bild machen. Nicht die Büste, die dort seit 15 Jahren in der Kapelle steht, nur einen Ordner, der in der Gedenkstätte an ihn erinnert (s.u.). Dietrich Bonhoeffer starb heute vor 75 Jahren durch ein Todesurteil eines Standgerichtes des NS-Staates. Er starb am Morgen des 9. April 1945 im „Tal des Todes“ in Flossenbürg. Mit ihm starben: Wilhelm Canaris, Ludwig Gehre, Hans Oster, Karl Sack und Theodor Strünck.

„Tal des Todes“ – KZ-Gedenkstätte Flossenbürg
KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, Kommandaturgebäude
KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, Kommandaturgebäude
KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, Wäscherei
KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, Lagerküche
KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, Dauerausstellung im Gebäude der Wäscherei
KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, Dauerausstellung im Gebäude der Wäscherei
KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, Wäscherei
KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, in der Dauerausstellung auch ein Hör-Beitrag über Vittore Bocchetta
KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, Kapelle und Wachturm
KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, Fenster der Kapelle
KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, Isolator am ehem. Geländezaun, Abgang zum Kreamatorium
KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, Krematorium und Wachturm im „Tal des Todes“
KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, Stele im „Tal des Todes“
KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, Steinbruch

Coronakrise in Hersbruck – Update 4

Inzwischen ist Tag 10, der Montag nach dem zweiten Wochenende der Ausgangsbeschränkungen in Bayern vorbei und es wird Zeit für ein neues Update mit Bildern. Es startet mit dem Hersbrucker Wochenmarkt am Freitag, der gut besucht war – aber natürlich hielten die Kunden immer entsprechend Abstand zueinander. Es ist ja auch wichtig weiterhin die kleinen Erzeuger und Marktbeschicker zu nutzen, denn sonst überleben am Ende der Coronakrise nur die Großen, das kann nicht gewollt sein. Deshalb ist es gerade jetzt für die Kleinen existenziell, dass bei ihnen eingekauft wird, auch wenn das natürlich für den Kunden mehr Aufwand bedeutet, als mal eben schnell beim Discounter alles zu holen oder gar beim Riesen mit „A“ zu bestellen.

An diesem Montagmittag hat Ministerpräsident Söder verkündet, dass die Ausgangsbeschränkungen noch mindestens bis nach den Osterferien weiter gelten sollen. Bleiben wir also weiter brav zu Hause.

Wochenmarkt in Hersbruck am Freitag, 27.03.2020
Wochenmarkt in Hersbruck am Freitag, 27.03.2020
Wochenmarkt in Hersbruck am Freitag, 27.03.2020
Wochenmarkt in Hersbruck am Freitag, 27.03.2020
Wartende vor der „Mahlzeit“ am Freitag, 27.03.2020

Ich wollte aber auch mal sehen, wie es so außerhalb Hersbrucks aussieht und habe einen Fototermin in Engelthal genutzt auch mal über die Dörfer im Hammerbachtal zu fahren und bei Lisbeth Schunk, die ich auch zu anderer Gelegenheit schon fotografiert hatte vorbeizuschauen. Und siehe da, auch bei ihr steht jetzt der „Spuckschutz“ an der Kasse. Aber es stand auch noch was anderes – und zwar Clopapier! Und das sogar vor dem Laden auf der Straße. Diese waren allerdings auch in Engelthal leer. Wie auch in Offenhausen oder Breitenbrunn. Das allerdings dann ohne Bilder, denn die Dorfstraßen sind ja auch sonst nicht gerade belebt.

Laden von Emma und Lisbeth Schunk, Engelthal, Freitag, 27.03.2020
Lisbeth Schunk, Engelthal, Freitag, 27.03.2020
Leere Strasse in Engelthal, Freitag, 27.03.2020
Leere Strasse in Engelthal, Freitag, 27.03.2020

Tags darauf, am Samstag, war ich bei meinem Bäcker in Altensittenbach etwas überrascht, dass ich die Verkäuferinnen hinter dem „Spuckschutz“ an der Kasse gar nicht gesehen habe. Man hat in der Kürze der Zeit nur eine Doppelstegplatte bekommen. Das hilft erst mal weiter und sehen kann man die Damen einen Meter daneben ja auch. Der Spielplatz in Altensittenbach ist natürlich auch gesperrt. Die Fußballtore sogar extra mit Flatterband. Das hat bei näherem Hinsehen allerdings einen anderen Grund. Hier wurde die Gelegenheit der Sperre benutzt gleich frisches Gras anzusäen.

Filiale der Bäckerei Hollederer in Altensittenbach, Samstag, 28.03.2020
Spielplatz Altensittenbach, Samstag, 28.03.2020
Spielplatz Altensittenbach, Samstag, 28.03.2020

Am Montag dann ein kurzer Besuch im Gewerbegebiet an der Kühnhofener Straße. Die Läden von Blumen Wendler und Garten & Landtechnik Meier sind zwar geschlossen, aber Werkstatt bzw. Gärtnerei laufen weiter und man kann natürlich bestellte Ware oder Reparaturen abholen.

Gärtnerei Wendler in Altensittenbach, Montag, 30.03.2020
Gärtnerei Wendler in Altensittenbach, Montag, 30.03.2020
Garten & Landtechnik Meier in Altensittenbach, Montag, 30.03.2020
Garten & Landtechnik Meier in Altensittenbach, Montag, 30.03.2020

Coronakrise in Hersbruck – Tag 5 nach den Geschäftsschliessungen…

…oder soll ich sagen Tag 2 nach den umfangreichen Ausgangsbeschränkungen in Bayern? Bayern ist ins künstliche Koma versetzt. Alles ist heruntergefahren. Die Staatsregierung hat eine „Vorläufige Ausgangsbeschränkung anlässlich der Corona Pandemie“ erlassen. Das Verlassen der eigenen Wohnung ist nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt. Das öffentliche Leben kommt zum Erlahmen. Ich mache mir dazu natürlich meine Gedanken, insbesondere weil mir als Freiberufler gerade alles wegbricht. Ich werde das aber unkommentiert lassen, denn kommentiert wird im Moment auf allen möglichen sozialen Medien in jede erdenkliche Richtung. Aber ich beobachte, so wie das mein Beruf ist. Als Bildjournalist heisst es beobachten und dokumentieren. Festhalten für die Nachwelt, was eben passiert. Am Sonntag war ich wieder unterwegs in meiner Heimatstadt. Hier sind die Bilder:

 

22.03.2020 – Stadtkirche: Kein Gottesdienst aber offen
22.03.2020 – Stadtkirche: Kein Gottesdienst aber offen

Die Stadtkirche ist offen, wie wohl die meisten Kirchen um Gläubigen den Rückzug zum stillen Gebet zu ermöglichen. Vielleicht eine Gelegenheit die Schönheit des Hersbrucker Kirchenväteraltars einmal wieder in aller Ruhe und alleine zu geniessen. Jetzt in der Passionszeit ist er geschlossen und zeigt die Bildtafeln der Passionsgeschichte. Das Lektionar, ein Bild weiter unten, blieb für die Gemeinde an diesem Sonntag „Lätare“ ungelesen.

22.03.2020 – Stadtkirche: Kein Gottesdienst aber offen
22.03.2020 – Stadtkirche: Kein Gottesdienst aber offen
22.03.2020 – Unterer Markt: Leer
22.03.2020 – Kratzers Biergarten Unterer Markt: Leer (Sonntag Mittag)
22.03.2020 – Eisdiele Oberer Markt: Leer (Sonntag Mittag)
22.03.2020 – Symbolbild: Abgesagt
22.03.2020 – Konditorei Kohl: Geöffnet (Eine Torte als Stimmungsaufheller)
22.03.2020 – Prager Straße: Leer
22.03.2020 – Behelfsbrücke Kuhpegnitzbrücke
22.03.2020 – Wasserspielplatz Pegnitzwiesen: gesperrt

Das breite Spektrum des freien Fotografen

Ein Ferkel schaut in die Kamera

Am Montag dieser Woche hatte ich zwei spannende Termine. Am Morgen Bioschweine auf der Weide und am Nachmittag die Bayerische Wirtschaftsministerin und ihren Staatssekretär in den neuen Räumen bei Bayern Innovativ. Einer kleiner Spagat, aber das zeigt, was man als Freelancer alles erleben darf.

Bereits um 8 Uhr morgens stand ich auf dem Schwabhof in Lieritzhofen im Nürnberger Land. Ich lichte derzeit für unseren Landkreis die Erzeuger des Vereins „Heimat aufm Teller“ ab und da gehört auch mein Schulfreund Thomas Schwab mit seinen Weideschweinen dazu. Das angekündigte gerade noch schöne Wetter und der Zeitplan des Biobauern drückten jetzt den wunderschönen Termin in meinen derzeit etwas engen Arbeitsablauf. Ausserdem hat er gerade neue Ferkel bekommen und die wollte ich noch im recht kleinen Zustand dokumentieren. In der Phase, in der sie noch von der restlichen Herde abgetrennt sind.

Nach der Dusche folgte dann zwei Stunden später der „Anzugtermin“: Staatsministerin Ilse Aigner und Staatssekretär Franz-Josef Pschierer vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie kommen zur Eröffnung des neuen Gebäudes der Bayern Innovativ GmbH. Im Auftrag von Bayern Innovativ sollte ich den Termin für das Bayerische Wirtschaftsministerium begleiten. Bei einem Rundgang wurden dabei spannende Zukunftstechnologien vorgestellt.

Ein voller und toller Arbeitstag – sozusagen Bayern pur – „Laptop und Lederhose“.

Stadt Land Kunst 2017

Etwa 70 Künstler haben sich an der „Jedermann-Ausstellung“ im Stadthaus Hersbruck zum Thema „Hell-Dunkel-Licht“ beteiligt. Gestern Abend war die Vernissage. Hohe Beteiligung, eine Rede des Bürgermeisters Robert Ilg, eine Einführung durch vier „erleuchtete“ Damen „VIER4HEDULI“, bzw. Anita Magdalena Franz, Häppchen, Wein, Musik von Doris Dischner und Jochen Pfister und viele Bilder, aber sehen Sie selbst. Es war in diesem Jahr schon meine dritte Ausstellung. Nach den Mäandern der Schönheit folgte die Rosenausstellung im Rahmen des Hersbrucker Rosenzaubers und nun „Hell-Dunkel-Licht“. Meine Bilder für eine Hersbrucker Gemeinschaftsausstellung in Baunei auf Sardinien habe ich auch schon abgegeben. Dort wird Ende Juli eröffnet – dann aber leider ohne mich.

Mein Beitrag für dieses Jahr: Ein Doppel-Bild „Winterlich(t)“ – entstanden bei einem Spaziergang auf der Albhochfläche im Februar 2017. Wie ich finde passend zum Thema: Hell-Dunkel-Licht

Die Bildergalerie:

Staatsempfang im Freizeitmodus

Nachdem ich vertretungsweise für meinen Kollegen Frank Boxler, der kurzfristig einen anderen Auftrag wahrnehmen musste, das Eröffnungskonzert des Fränkischen Sommers dokumentiert hatte, durfte ich mich beim folgenden Staatsempfang in Schwabach zurücklehnen, denn Frank war zwischenzeitlich wieder eingetroffen. Die Kamera hatte ich noch umhängen, also warum nicht im Entspannungsmodus ein paar Schwarzweissbilder machen. Erst neulich hatte ein Kollege gefragt, ob man mit der Fuji XT-2 auch Reportage machen kann. Kann man! Gerade im Acros-Modus, das kann man mit RAWs und Silver Efex Pro fast nicht besser hinbekommen. Fotografieren wie früher kommt da dem älter werdenden Fotografen in den Sinn.

Innenminister Joachim Herrmann

Man lauscht dem Innenminister

Richard Bartsch, Bezirkstagspräsident Mittelfranken

Frank Boxler fotografiert Joachim Herrmann

Innenminister Joachim Herrmann (l)

Nach zwei drei „offiziellen“ Bildern und der Dokumentation meines Kollegen beim Ablichten des Innenministers habe ich dann ein paar andere Motive fotografiert:

Intendant Dr. Julian Christoph Tölle

Die Kollegen

Glückliche Besucherinnen

Solosänger Bariton Christian Immer (r)

„Fränkischer Sommer“ Grafiker und Freund Oliver Stumpf (r)

Fußentspannung

Schwabacher EX-OB-Kandidat der Grünen Klaus Neunhoeffer (und „unser“ Hersbrucker Gymnasiumsdirektor) mit Ehefrau Renate Merk-Neunhoeffer und dazwischen Schwabach OB Matthias Thürauf

Ein schöner Rücken…

Und letztlich meine Ehefrau

 

Die Fujis werden jetzt noch öfter im Schwarzweiss-Modus eingesetzt.

Hier verwendet: X-Pro2 mit 56mm/1,2 und XT-2 mit 16mm/1,4 bei ISO 800-3200

 

Gitarrenfestival Hersbruck – Abschlusskonzert der Teilnehmer

Am letzten Tag des Festivals findet traditionell das Abschlusskonzert der Teilnehmer im Saal des AOK Bildungszentrums in Hersbruck statt. Nach den Darbietungen der Solisten stand heuer etwas besonderes an. Der Schweizer Komponist Jürg Kindle studierte eigene Werke mit dem Festival Ensemble ein und es gab sogar eine Uraufführung. Chapeau!

AuftaKKt – Netzwerken in der Glückserei

Ein Netzwerk ist wichtig. Persönliches Netzwerken ist wichtig. Vernetztes Netzwerken…

Am Donnerstag, den 14. Juli 2016, hatten der Landkreis Nürnberger Land, die Europäische Metropolregion Nürnberg und das Bayerische Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft, Kreative, Künstler und Kulturschaffende aus dem Nürnberger Land zum Netzwerken eingeladen. Der Landrat und derzeitige Ratsvorsitzende der Metropolregion, Armin Kroder, der Wirtschaftsreferent der Stadt Nürnberg und Geschäftsführer des Forums Wirtschaft und Infrastruktur der Metropolregion, Dr. Michael Fraas, der Leiter des Bayerischen Zentrums für Kultur- und Kreativwirtschaft, Dirk Kiefer und viele freischaffende Künstler und Kreative waren in die Laufer Glückserei, eine regionale Kleinkunstbühne, gekommen. erstere, um über die Aktivitäten für Kreative in ihren jeweiligen Institutionen zu berichten, die anderen um sich vielleicht gegenseitig kennen zu lernen und dem Ziel des Abends näher zu kommen langfristig ein regionales Kreativen-Netzwerk zu schaffen.

Es war ein kurzweiliger Abend. Nach den Veranstaltern und Politikern sprachen auch drei Personen der Zielgruppe über ihr Erfahrungen und ihren jeweiligen Werdegang in Kurzreferaten: Andrea Lipka, die den Spagat zwischen Künstlerin und Politikerin in einer Person schafft; Oliver Stumpf, ein erfolgreicher Grafikdesigner, der bewusst auf dem Land lebt und die mehrfach ausgezeichnete Künstlerin und Unternehmerin Roswitha Weindl-Farnsworth. Zur späteren Podiumsdiskussion, moderiert von Inci Ceylan, Branchenexpertin und Referentin für Unternehmensentwicklung vom Bayerischen Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft, kamen noch zwei weitere Fachleute dazu: Alexander Fortunato, Referent Kultur- und Kreativwirtschaft, Dienstleistungen, und Geschäftsführer Wirtschaftsjunioren Nürnberg bei der IHK Nuernberg für Mittelfranken sowie Andreas Jäger, Popularmusikberater beim Bezirk Mittelfranken.

Ich hatte mal vorsichtshalber eine Kamera dabei, man weiss ja nie. Zum Netzwerken habe ich sie dann aber weggelegt. Wie gesagt ein spannender Abend, ich bin gespannt was daraus wird.

Wer noch ein wenig mehr lesen mag: Die Pegnitz-Zeitung hat auch schon berichtet: http://n-land.de/news/lauf/kreativ-hat-potential

 

 

Nachwuchs bei den Landschaftspflegern im Molsberger Tal

Die Rinder des Naturschutzzentrums Wengleinpark e.V., die im Natuschutzgebiet des Molsberger Tales bei Förrenbach im Nürnberger Land zur Landschaftspflege eingesetzt werden, haben auch heuer wieder kräftig Nachwuchs bekommen. Rainer Wölfel vom Naturschutzzentrum kümmert sich täglich um die Mutterkuh-Herde, die auf verschiedenen Wiesen des Tales grasen darf und diese so von unerwünschtem Bewuchs freihält.