Corona-Krise in Hersbruck – Update 7

Heute war die letzte Sitzung des Hersbrucker Stadtrates in der Legislaturperiode 2014-2020. Ein guter Anlass für ein neues Update meiner Corona-Beobachtungen im Hersbrucker Raum. Traditionell werden die ausscheidenden Stadträte im Sitzungssaal vom Bürgermeister mit Präsenten und Handschlag, ja manchmal sogar mit einer Umarmung verabschiedet. Man kann sich denken, dass das in Corona-Zeiten dieses Mal anders war. Doch erst mal ein paar ältere Beobachtungen. Das letzte Update ist schon 14 Tage her, deshalb heute ein etwas längerer Beitrag. Wer gleich zum Stadtrat will muss einfach nach unten scrollen.

Am 15. April war ich noch im PEZ in Hohenstadt. Bevor die Baumärkte wieder öffneten, wollte ich wenigstens noch einen verschlossenen OBI ablichten. Ausserdem hatte ich mal wieder Sehnsucht nach dem, meiner Meinung nach, besten Döner der Gegend.

PEZ, Pegnitztal Einkaufszentrum, Hohenstadt, 15.04.2020
PEZ, Pegnitztal Einkaufszentrum, Hohenstadt, 15.04.2020

Obwohl die Einkaufsmärkte REWE, ALDI, LIDL geöffnet waren, zeigte der mittäglich leere Parkplatz ein ungewohntes Bild.

PEZ, Pegnitztal Einkaufszentrum, Hohenstadt, 15.04.2020
PEZ, Pegnitztal Einkaufszentrum, Hohenstadt, 15.04.2020

Glücklich, wer Reparaturen anbieten konnte oder die Post beherbergt. Und wie gesagt, Döner zum Abholen ist ja auch immer möglich.

PEZ, Pegnitztal Einkaufszentrum, Hohenstadt, 15.04.2020

Wenn man im Nürnberger Land lebt, wo andere Urlaub machen, bleiben einem ja auch die kleinen Ausflüge, allein, auf so schöne Punkte wie den Zankelstein, von dessen „Bastei“ aus man nun, nach dem Freischnitt, auch wieder weit ins untere Pegnitztal schauen kann. Das PEZ der obigen Bilder sieht man von dort auch, gleich hinter Pommelsbrunn in der Bildmitte.

Bastei, Zankelstein, ein Teil des 1000hmr Wegs, Pommelsbrunn, mit Blick Richtung Hersbruck, 12.04.2020

Ein Sprung vom Döner zum Windbeutel: Denn wer Sonntags keine Ausflügler in seinem Lokal beherbergen kann, der muss sich natürlich was einfallen lassen. Bei meinen Touren durch den Landkreis, um die Frühlingsfotos für den Tourismus im Nürnberger Land zu machen, hab ich dieses Schild in Hohenstein gesehen. Wer also ohne Sahnige Leckerbissen nicht sein kann, oder wem selbiges vom örtlichen Konditor nicht reicht, der kann das Gefühl von einem Sonntagsausflug auch mit einem „Windbeutel to go“ zu Hause nachfühlen.

Hohenstein, Samstag, 18.04.2020

Am Sonntag den 19.04.2020, dem „Weißen Sonntag“ wäre bei uns in der Altensittenbacher Kirche eigentlich die jährliche Konfirmation gewesen. Eine gute Gelegenheit mal unseren Pfarrer Gerhard Metzger abzulichten, wenn er Sonntäglich um 9 Uhr das Bayernweite Festläuten in der Sakristei unserer Thomaskirche startet. Jeden Sonntag um 9 läuten die Kirchenglocken im ganzen Land. Ein hörbares Zeichen, auch wenn es keine Gottesdienste gibt, die man besuchen kann.

Pfarrer Gerhard Metzger, Kirchengemeinde Altensittenbach, Sonntag 19.04.2020

Dieser Sonntag war bei mir bildlich nur der Musik gewidmet. Erst die Glocken, fünf Minuten danach spielt Emil Raab sein sonntägliches Ständchen auf seinem Balkon:

Tägliches Balkonständchen, Emil Raab, Altensittenbach, Sonntag 19.04.2020;

Täglich seit Beginn der Ausgangsbeschränkungen spielt Emil Raab, der Senior des Altensittenbacher Posaunenchores ein paar Choräle und Volkslieder vom Balkon seines Hauses, werktags um 19 Uhr und Sonntags nach dem Glockenläuten. Die treuen Nachbarn lauschen auch am Sonntag Morgen seinen Trompetenklängen. Als ich vor Ort war, wurden die Klänge sogar per Telefon an Freunde übertragen.

Tägliches Balkonständchen, Emil Raab, Altensittenbach, Sonntag 19.04.2020;
Telefonische „Liveübertragung“ der Nachbarn beim täglichen Balkonständchen von Emil Raab, Sonntag 19.04.2020;
Terrassenkonzert Jeanne und Maximilian Vogt, Hersbruck, Sonntag, 19.04.2020;

Ebenfalls Sonntagsmusik erklingt beim wöchentlichen Terrassenkonzert des Musikerehepaares Jeanne und Maximilian Vogt für Nachbarn und Spaziergänger. Selbstverständlich mit entsprechendem Abstand. Die Sehnsucht nach Kultur in diesen Zeiten ist groß.

Zuhörer im Abstand, Terrassenkonzert Jeanne und Maximilian Vogt, Hersbruck, Sonntag, 19.04.2020;
Terrassenkonzert Jeanne und Maximilian Vogt, Hersbruck, Sonntag, 19.04.2020;
Zuhörer im Abstand, Terrassenkonzert Jeanne und Maximilian Vogt, Hersbruck, Sonntag, 19.04.2020;

Doch nun endlich zum Stadtrat: Eine Sitzung in der GERU-Halle, nicht im Sitzungssaal, das konnte ich mir als Chronist nicht entgehen lassen. 24 Stadträte, dort, wo sonst hunderte Zuschauer den Klängen von Musik folgen oder Schüler beim Sportunterricht schwitzen. „Alles auf Abstand“, namentliche Eintragung der wenigen Zuschauer, um eventuell nachverfolgen zu können; Zureichen der Dankes-Urkunden mit langen Armen und für die Damen Blumen, die nur auf den „Übergabetisch“ abgestellt werden. Die Abläufe unseres Lebens haben sich auch in speziellen Dingen ziemlich geändert in den vergangenen Wochen. Die Eindrücke:

Letzte Stadtratssitzung der Periode 2014-2020, Stadt Hersbruck, Donnerstag, 30.04.2020
Letzte Stadtratssitzung der Periode 2014-2020, Stadt Hersbruck, Donnerstag, 30.04.2020
Letzte Stadtratssitzung der Periode 2014-2020, Stadt Hersbruck, Donnerstag, 30.04.2020
Letzte Stadtratssitzung der Periode 2014-2020, Stadt Hersbruck, Donnerstag, 30.04.2020

Bürgermeister Robert Ilg (stehend links) verabschiedet als letzten Stadtrat Franz Benaburger (mitte, CSU), er war mit 22 „Dienstjahren“ am längsten im Amt. Im Hintergrund stehen die weiteren, bereits verabschiedeten Stadträte. Von links nach rechts: Iris Reiß (SPD), Claudia Häffner (SPD), Peter Weinmann (FRB), Friedrich Biegel (SPD), Peter Matzner (CSU) und Dr. Jörg Liebel (SPD). An dem Abend und auf dem Bild fehlt leider Hans Schaffer (FRB).

Zwischen See und Wettersberg, Nürnberger Land, Sonntag, 26.04.2020

Abschliessen will ich wie gewohnt wieder mit „Schönen“ Bildern. Dingen, die uns auch in diesen Zeiten beglücken können, wie Blumen oder heute kleinen Wanderungen und Spaziergängen in der Einsamkeit der näheren Umgebung. So wie hier auf der nur selten befahrenen Ortsverbindungsstraße zwischen Wettersberg und See. (Ortsfremde bitte nicht wundern, in Franken gibt es noch ungeteerte Ortsverbindungsstraßen!) Oder im Molsberger Tal bei Förrenbach, wo man nicht so vielen Menschen begegnet, wie am Happurger Stausee nebenan. Bleibt gesund!

Molsberger Tal, Sonntag, 26.04.2020

Mein Jahr 2016

Das Jahr 2016 ist für mich so schnell vergangen wie noch nie eines. Und doch ist in diesem Jahr so viel passiert, oder gerade weil so viel passiert ist, ist es vielleicht so schnell vergangen. Ein Jahresrückblick mit einem Bild pro Monat und dabei noch mein Spektrum zeigen. Ganz schön gewagt, aber ich wollte es versuchen.

Januar

Gleich im Januar war privat eines der wichtigsten Ereignisse des Jahres: Nach einer schweren Herz-OP im Sommer 2015 und mehreren Wochen im künstlichen Koma, kam meine Schwester Renate Braun, eine Bluessängerin, im Januar in unsere Geburtsstadt, um dort ihr erstes Konzert nach der Genesung zu geben. Wir dachten an ein paar Lieder, doch es wurde ein komplettes Konzert. Ein Wunder. Das Bild, das beim Schlussapplaus entstand, zeigt die Last, die von ihr abfiel. Mein Bild des Januars 2016. Vielleicht sogar des ganzen Jahres.

Blue Mama’s Blues Operators im KiCK e.V. am 16.01.2016

 

Februar

Der Februar ist immer gut gefüllt mit Messefotografie. Die Dokumentation der Nürnberger Messen hat sich in den letzten Jahren zu einer meiner Hauptbeschäftigungen entwickelt. Eine der größten Messen ist die BIOFACH/VIVANESS. Weltleitmesse der Biobranche. An einem kleinen Stand im Bereich der Kosmetik, der VIVANESS, waren da diese Seifen, Aleppo-Seifen. Trotz des Bürgerkrieges in Syrien war ein Hersteller dieser Seifen aus Aleppo nach Nürnberg gekommen. In seinem Teil der Stadt könne man problemlos produzieren meinte er. Aleppo sollte noch im ganzen Jahr 2016 eine Rolle spielen.

Aleppo-Seifen auf der Messe VIVANESS am 13.02.2016

 

März

Normalerweise fotografiere ich auf den Messen in Nürnberg das Messegeschehen auf den Ständen und in den Gängen, Pressekonferenzen, Rundgänge oder Veranstaltungen. Manchmal begegnet einem aber auch eine Situation die nun so gar nicht zur Messe als solche passt. So wie hier diese Besucherin, die auf dem Nachhauseweg ist und deren rote Tasche nun mal so gut gepasst hat. Mein März-Bild, auf der Messe Nürnberg entstanden, aber ganz ohne Messebezug. Diese Bilder landen schon mal in meinem Instagram-Account, deshalb hier auch quadratisch.

Messe Fensterbau, Nürnberg, Randgeschehen, 18.03.2016

 

April

Das Frühjahr lockt mich nach außen. Ich mache ja nicht nur Messereportagen. Ein wichtiger Kunde ist auch der Landkreis Nürnberger Land. Hier heisst es Natur und Landschaft abzulichten. Schön ist es bei uns. Also bin ich gerne draußen. Obwohl ich schon so lange Natur in unserem Landkreis fotografiere, war ich in all den Jahren noch nie im Naturschutzgebiet „Pegnitzau zwischen Ranna und Michelfeld“ – ein Fehler. Klar gibt es dieses Bild auch in Farbe. Trotzdem habe ich mich hier für die Schwarzweißversion entschieden. Die farbige gibt es vielleicht demnächst in einer Publikation des Nürnberger Landes.

Naturschutzgebiet Pegnitzau zwischen Ranna und Michelfeld, Oberes Pegnitztal, Nürnberger Land; 29.04.2016

 

Mai

Im Mai stand mal wieder Berlin auf der to-do-Liste. Für ein neues Projekt, das schon lange auf meiner Agenda steht, muss ich an ein paar Stellen in Deutschland fotografieren. Vorabbilder, um das Projekt vorzustellen und vielleicht bald durchzuziehen. Das brachte mich auch auf die „Goldelse“, die Berliner Siegessäule. Von dort schaut man ja in erster Linie nach unten – für das Mai-Bild habe ich auch mal nach oben gesehen.

Siegessäule, „Goldelse“, Berlin, 20.05.2016

 

Juni

Seit meiner Redakteurszeit bei den Nürnberger Nachrichten in den Jahren 1987-89 bin ich Mitglied im Bayerischen Journalistenverband (BJV). Der Verband ist natürlich schon älter – 70 Jahre. 1946 wurde er gegründet. Deshalb gab es ein großes Fest zum Jubiläum im Juni im „Leeren Beutel“ in Regensburg. Gastredner waren Ministerpräsident Horst Seehofer (links) und Süddeutsche Zeitung Chefredakteur Heribert Prantl (rechts). Ich musste an dem Abend nicht fotografieren, sondern war nur Gast, allerdings ist die Kamera bei so einer Gelegenheit natürlich dabei. Aus der „zweiten“ Reihe entstand dann dieses Bild.

Bayerischer Journalistenverband (BJV), Jubiläum 70 Jahre, Festveranstaltung, Leerer Beutel Regensburg, 03.06.2016

 

Juli

Im Juli muss ich ein Bild mit zwei Bildern zeigen. Ein anderes Projekt, das sich einfach so ergeben hatte: „Veränderte Landschaft“. Im Januar wollte ich die Baustelle des „B 14 Fly-Over“ am Bräunleinsberg bei Ottensoos dokumentieren. Dort waren mir die vielen markierten Bäume und die vielen Holzpflöcke, die einfach so in der Landschaft standen, aufgefallen. Bevor die Baustelle begonnen wurde wollte ich das noch festhalten. Im Juli war es schon deutlich fortgeschritten. Also bin ich nach einem halben Jahr wieder hin und habe versucht die gleichen Standpunkte wieder zu finden. Spannend, wie sich dabei die Landschaft verändert hatte. Manchmal nur sehr subtil, manchmal, so wie beim ausgewählten Motiv, auch sehr eindrucksvoll.

Veränderte Landschaft an der B 14, Bräunleinsberg bei Ottensoos, 30.01.2016 und 28.07.2016

August

Der August wurde beherrscht vom Gitarrenfestival Hersbruck, das ich komplett für meine Heimatstadt dokumentieren durfte. Die Bilder dazu finden sich natürlich auch hier auf meiner Webseite. Aber vor dem Gitarrenfestival, am ersten Augustwochenende ist auch traditionell das Hersbrucker Eselrennen. Alle paar Jahre bin ich auch dort vor Ort, um es für den Landkreis und die Stadt abzulichten. Nun sind ja normalerweise die Esel die Attraktion. Aber an diesem Bild der Zuschauer konnte ich einfach nicht vorbei gehen, ohne die Kamera zu heben – „Am Ende wird alles gut…“

Altstadtfest Hersbruck, Zuschauer des Eselrennens beim FC Hersbruck, 07.08.2016

 

September

Dass ich lange schon Mitglied im BJV bin, habe ich im Juni erwähnt. Seit Juli 2015 habe ich dort auch ein Amt übernommen. Ich wurde zum Vorsitzenden der Fachgruppe Bildjournalisten gewählt. 2016 durfte ich durch dieses Amt erstmals aktiv bei der Aktion „Fotografen haben Namen“ des DJV, des Deutschen Journalistenverbandes, teilnehmen und Zeitungen auswerten. Leider wird das Recht der Fotografen auf Namensnennung sehr oft mit Füßen getreten. Die Aktion soll darauf hinweisen. Dabei entstand das Septemberbild, das auch im BJV-Report erschien.

DJV Aktion „Fotografen haben Namen“ 2016, Auswertung der Zeitungen im Presseclub Nuernberg, 08.09.2016

 

Oktober

Der Oktober führte zurück in meine Geschichte. Meine Ausbildung zum Fotografen hatte ich in München an der „Bayerischen Staatslehranstalt für Photographie“ gemacht. Die Münchener Fotoschule war über 100 Jahre lang „die“ Institution. Inzwischen ist sie Geschichte und „nur noch“ ein Part der Hochschule München. 1990 war ich Teil der letzten Meisterklasse an der Fotoschule. Danach wurde die Schule kurzzeitig in Fachakademie für Fotodesign umbenannt und die Grundausbildung dreijährig. Dadurch war kein Platz mehr für die Meisterklasse. Da im 25. Jahr unserer Meisterausbildung leider kein Termin gefunden werden konnte, traf sich unsere Meisterklasse eben im 26. Jahr zum Wiedersehen. Das Hallo war groß. Mit dabei war auch meine liebe Freundin Chryssa Nikoleri aus einer Fotografendynastie der Griechischen Hafenstadt Thessaloniki. Beim Frühstück mit unserem ehemaligen Bildjournalismuslehrer Dieter Hinrichs entstand dieses Porträt von Chryssa. Auch eine kleine Änderung im Jahr 2016. Ich hatte mir eine Fuji X-Pro2 geleistet. Geniale kleine Kamera und plötzlich fotografiere ich wieder vermehrt Schwarzweiß. Davon zeugt auch das Novemberfoto.

Chryssa Nikoleri, Treffen der letzten Meisterklasse der Bayerischen Staatslehranstalt für Photographie in München, 16.10.2016

 

November

Im November war die Jahresausstellung der Fotoszene Nürnberg e.V. nach Jahren mal wieder in der Nürnberger Kongresshalle, einem Nazibau und Teil des Reichsparteitagsgeländes. Selten genug kommt man in dieses Gebäude, deshalb war der Besuch der Ausstellung auch eine Gelegenheit ein paar Aufnahmen des Gebäudes zu machen. Es bot sich wieder die Fuji X-Pro2 an, diesmal mit dem 16mm/1,4. Und natürlich Schwarzweiß.

Kongresshalle Nürnberg zur Ausstellung der Fotoszene, Bauwerk des Nationalsozialismus, Architekturdetail, 13.11.2016

 

Dezember

Nach zwei Schwarzweißfotos muss es jetzt im Dezember wieder in Farbe sein. Am 8. Dezember war ein genialer Tag und ich hatte ausnahmsweise keine Termine, so dass ich mich auf in die Landschaft machen konnte. Nebel und Kälte des Vortages hatten die Hochflächen der Fränkischen Alb in ein Raureif-Winter-Wunderland verwandelt. Ein Foto dieses Vormittages ist inzwischen eines der beliebtesten meines Instagram-Accounts. Ein weiteres wurde zur Weihnachtskarte 2016 und ein drittes steht jetzt hier:

Raureif auf der Albhochfläche über dem Sittenbachtal, 08.12.2016